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Adventliche Stunde 2000

Thema: Licht und Wärme

am 15.12.2000 in Schwabhausen

Musikstück: Hackbrettgruppe

Begrüßung undHinführung:
Wir beginnen den Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl.Geistes. Amen.

Je kürzer und kälter die Tage werden, je mehr die Dunkelheit wächst - umso größer wird unsere Sehnsucht nach
Licht und Wärme. Wie wichtig das Licht für den Menschen ist, kann man in der 1.Schöpfungserzählung nachlesen.
Wir hören aus dem 1. Buch Mose:
(Gen. 1,1-5) Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über
der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
Gott sprach: Es werde Licht Und es wurde Licht
Gott sah, dass das Licht gut war Gott schied das Licht von der Finsternis, und Gott nannte das Licht Tag,
und die Finsternis nannte er Nacht Es wurde Abend, und es wurde Morgen:erster Tag.

-Kerze anzünden!-

Das Licht ist das 1 Geschöpf Gottes. Ohne Licht gäbe es kein Leben. Die Sonne, die jeden Morgen aufgeht und die Dunkelheit vertreibt ist Zeichen für Gottes Treue zu seiner Schöpfung.

In Gen. , dem 1.Buch Mose lesen wir im 2. Kap. (Vers 8):
Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte.

Die Sonne geht im Osten auf - und dort im Osten, wo das Licht ist, legt Gott einen Garten an und stellt den Menschen hinein - d.h.: der Mensch ist ins Licht gestellt!

Musikstück - kurz: Hackbrettgruppe

Besinnung:


Gott hat den Menschen ins Licht gestellt - oft fühlen wir uns aber gar nicht so -im Gegenteil - es ist dunkel um uns und in uns, wir sind wie abgestorben.

KYRIE
Manchmal haben wir alles satt:

diese Lieblosigkeit.
Immer diese Eintönigkeit, dieses Erstarrsein,
Lied: Herr, erbarme dich

Wir warten - auf was warten wir - auf bessere Zeiten:?: - in der Kirche -in der Welt - in der Gesellschaft Es soll anders werden!
Lied: Herr, erbarme dich

Doch wir fühlen uns hilflos, machtlos, ausgeliefert. Alles ist wie tot - was kann sich da noch ändern!?
Lied: Herr, erbarme dich

Und doch spüren wir in uns auch immer wieder den Kampfgeist, der nicht aufgibt - der die Kraft hat, sich auseinander zusetzen, Unruhe zu stiften, Erstarrtes stückchenweise aufzubrechen.Herr, wecke in uns diesen Kampfgeist - mach uns unruhig und hellwach. Lass Resignation und Gewohnheit nicht Macht über uns gewinnen.Vielleicht sollten wir nicht warten, dass es anders wird, sondern unser Herz öffnen, damit DU uns anrühren kannst, damit DU uns anstecken kannst, damit DEIN Licht unsere Herzen erwärmt, damit wir immer wieder erneuert werden.

Musikstück: Hackbrettgruppe

Hinführung zum Bibeltext Jes. 9,1:
Wer im Licht lebt braucht keine Geschichten, die vom Licht erzählen - aber wer in Dunkelheit leben muss braucht diese Geschichten als Zeichen der Hoffnung ; für den sind diese Geschichten lebensnotwendig - ,,notwendig" - um die Not zu wenden, um zu leben!
Der Prophet Jesaja erzählt von der Not der Stämme Sebulon und Naftah. Das Gebiet in dem sie wohnen ist in etwa das spätere Galiläa. 734 v.Chr. wird dieses Land von den Assyrern erobert. Ein Teil der Bevölkerung wird umgesiedelt; Fremden gehört das Land. Die wenigen, die zurückbleiben, müssen sich entscheiden, ob sie sich der fremden Religion anschließen oder im Vertrauen auf die Treue Jahwes durchhalten sollen. Für sie gilt das Wort aus dem Buch Jesaja:"Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf".

Was damals einer Minderheit als Trost, als Hoffnung zugesprochen wurde, könnte es nicht auch für uns gelten? Brauchen nicht auch wir Hoffnungsgeschichten?: Geschichten von Befreiung, von Angenommensein? Geschichten die Mut machen aufzubrechen, aktiv zu werden, etwas zu verändern?

Musikstück: Hackbrettgruppe

(Während die Musik leise spielt, wird ein Text vorgelesen und werden Kerzen angezündet. Text - Maria; Kerzen - Lisa)

Gott hat uns das Licht geschenkt - er hat uns ins Licht gestellt

- er hat uns ein Licht angesteckt

- lassen wir uns von seinem Licht anstecken

- und stecken wir einander Lichter an:

 

ein Licht der Anerkennung
ein Licht der Aufmunterung
ein Licht der Verzeihung
ein Licht der Liebe
ein Licht der Hoffnung
ein Licht der Freude
ein Licht der Hilfsbereitschaft
ein Licht für Wege von Mensch zu Mensch
ein Licht für Wege, die kaum mehr begangen werden
ein Licht für Wege, die abgebrochen sind
ein Licht für neue Wege in der Kirche
ein Licht für Wege zu Fernstehenden
ein Licht für Wege zu Menschen in Not

Lied: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

Musikstück: Hackbrettgruppe

(Während die Musik leise spielt wir ein Text vorgelesen und werden grüne Zweige zwischen die Lichter gelegt.

Wenn es kalt ist, die Bäume kahl sind, holen wir uns grüne Tannenzweige ins Haus als Hoffnungszeichen. Der grüne Zweig sagt uns:

 

Ich lebe! Habt Hoffnung!
Alles wird neu werden.
Die Wiesen werden wieder grün.
Die Saat wird sprießen.
Die Bäume werden ausschlagen.
Die Knospen werden aufspringen.
Die Blumen werden blühen.
Die Nächte werden hell.
Ein Kind wird geboren.
Gott schenkt einen neuen Anfang.

 

Lassen wir noch einmal Jesaja zu Wort kommen.

(Jes. 35, 1-6a. 10). Lesung aus dem Buch Jesaja

Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen.
Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, jubeln soll sie, jubeln und jauchzen. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt,die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon.Man wird die Herrlichkeit des Herrn sahen, die Pracht unseres Gottes.
Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest
Sagt den Verzagten: habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott!
Er selbst wird kommen und euch erretten. 5 Dann werden die Augen der Blinden geöffnet,
auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. 6a Darin springt der Lahme wie ein Hirsch,
die Zunge des Stummen jauchze auf 10 Die vom Herrn Befreiten kehren zurück und kommen voll Jubel nach Zion.
Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen.

Musikstück: Hackbrettgruppe 1

Benediktus:

Wir beten zusammen (in zwei Gruppen) den Lobgesang des Zacharias und halten anschließend eine kurze Stille.

1. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!* Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;

2.Er hat uns einen starken Retter erweckt * im Hause seines Knechtes David.

3. So hat er verhe43en von alters her * durch den Mund seiner heiligen Propheten.

4. Er hat uns errettet vor unseren Feinden * und aus der Hand aller, die uns hassen;

5. er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet / und an seinen heiligen Bund gedacht *
    an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

6. er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit /ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
    vor seinem Angesicht all unsre Tage. -

7. Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; / denn du wirst dem Herrn vorangehen *
    und ihm den Weg bereiten.

8. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken * in der Vergebung der Sünden.

9. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes * wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

10. um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schauen des Todes, *
     und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens. Amen.

Stille

Vater unser: Maria (aus Mt.6 9-13)

Wir beten mit Jesus das Vater unser, so wie es uns der Evangelist Matthäus aufgeschrieben hat.

 

Unser Vater im Himmel,

dein Name werde geheiligt,

dein Reich komme,

Dein Wille geschehe

wie im Himmel, so auf der Erde.

Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.

Und erlass uns unsere Schulden,

Wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern rette uns vor dem Bösen. Amen.

 

Segen:

Herr, unser Gott, lass dein Licht aufgehen in unseren Herzen und Häusern. Dein Licht:

dass uns die Augen aufgehen füreinander,
dass wir - einer den anderen - neu sehen,
dass wir, was uns trennt, überwinden,
einander Worte des Friedens sagen und
an der Straße bauen, auf der du kommst.

Lass dein Licht aufgehen In unseren Herzen:

dass Tränen sich in Lachen wandeln,
Trauernde tanzen,
Enttäuschte es wagen, der Liebe zu trauen,
Einsame aufeinander zugehen,
Verfeindete Friedenslieder singen.


Lass alle Menschen schauen dein Heil.
Schenke uns deinen Segen. Amen.

Schlusslied: Gotteslob Nr. 106