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Sabbat in der Synagoge erlebt
KLB Dachau suchte in jüdischer Gemeinde Spuren des Glaubens Dachau

Auf die Suche nach den Wurzeln des Glaubens hat sich die Dachauer KLB gemacht. Sie stellte einen Kontakt her zur Israelitischen Kultusgemeinde in München. Deren Offenheit und Gastfreundschaft machten es möglich, an einem dreistündigen Sabbatgebet teilzunehmen.

Viele der 20 Teilnehmer hatten schon einmal eine Synagoge besucht. Keiner jedoch konnte sich so recht etwas unter dem dreistündigen Sabbatgebet vorstellen. Trotz der Verwurzelung unseres Glaubens im Judentum erlebten wir das Gebet zunächst als ungewohnt und fremdartig. Die Sprache war Hebräisch, die Männer trugen Gebetstücher und Kopfbedeckung, Männer und Frauen waren getrennt, der Gesang war beeindruckend. Es war eine unbändige Lebendigkeit zu spüren. Wie sich die Männer ungezwungen begrüßend und unterhaltend begegneten, wie die Kinder dazwischen Kind sein durften und sich während des Gottesdienstes frei bewegen konnten.

Daß wir den Eindruck der Fremdartigkeit überwinden konnten, war ein wesentliches Verdienst unserer Betreuer, Herr und Frau Wasserstein. Sie standen uns mit Informationen und Erläuterungen zur Seite.

In seiner Schlußansprache ging der Rabbiner auf die Bedeutung des Sabbat, des siebenten Tages als Ruhetag, ein. Er ermögliche dem Menschen, sich vom Zwang des Alltags zu befreien, sich auf sich und sein Verhältnis zu Gott zu besinnen. Der Sabbat sei eine jüdische Leistung, die allen Völkern zugute gekommen sei. Wir waren beeindruckt von dieser Reise zu Wurzeln unseres Glaubens. Und so mancher KLB-Teilnehmer hat nach dem Sabbatgebet am Samstagvormittag am nächsten Tag den christlichen Sonntag wohl bewußter als sonst erlebt.

Von Werner Götz