Arnbacher Gespräche Übersicht                   Arnbacher Gespräche 2007

Jahresthema 2007: Ein Mensch erblickt das Licht der Welt

3. Der heile Mensch
Prof. Dr. Albert Keller, SJ, Hochschule für Philosophie, Mch
am Dienstag, 27.02.2007


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    Pressebericht der KLB   

Für viele der fast 70 Teilnehmer war es heuer bereits das dritte Arnbacher Gespräch des Katholischen Landvolks. Keller ist emeritierter Professor an der philosophischen Hochschule in München. Kein Wunder, dass auch einige seiner Fans da waren. Der Referent behandelte die Frage, wie ist, bleibt oder wird der Mensch heil, auch wenn er in seinem Leben in der Welt oft stark bedrängt wird. Im Gespräch erläutert Professor Keller Grundbereiche des menschlichen Lebens, des Erkennens, des Tätigwerdens und des Entscheidens. Einen Zugang zum Thema sah Keller im Erkennen. Er ging intensiv auf die Begriffe Wissen und Glauben ein. Bei einem großen Teil unseres Wissen können wir nicht mehr die ursprüngliche Quelle des Wissens nennen. Trotzdem halten wir dieses Wissen, zum Beispiel dass die Zugspitze der höchste Berg in Deutschland ist, für wahr. Wir vertrauen darauf dass wir richtig informiert wurden auch wenn wir die Höhe der Zugspitze nicht selbst gemessen haben. Glauben heißt, dass ich nicht beweisen kann, dass etwas so ist wie es ist. Welche Hilfe kann dabei der Glaube an Gott im Leben geben.

Manche halten ihn eher für ein Hindernis als für eine Hilfe. Sie argumentieren etwa so: "Wenn der christliche Glaube hilfreich fürs Leben wäre, müssten doch Menschen, die glauben besser leben als Ungläubige." Danach sieht es aber keineswegs aus. Glaube garantiert keinen Erfolg in dieser Welt. Wenn man in der Welt Erfolg haben will, muss man die weltlichen Mittel einsetzen und versuchen, seine Probleme zu lösen. Es gilt nicht die Maxime Gott wird es schon richten wenn etwas zu richten gibt. Gott hilft viel mehr durch das Handeln der anderen Menschen.

Als Argument erzählte Keller die Anekdote, wo ein Landpfarrer ist mit dem Bauern über die Felder ging, weil der Bauer wollte, dass die Felder gesegnet werden, damit alles gut wächst. Der Landpfarrer verstand etwas von der Landwirtschaft und sagte zu dem Bauern: Das Feld braucht keinen Segen, sondern Mist, damit etwas wachsen kann. Wir sind als Menschen an unserem Platz gefordert, von uns wird erwatet, dass wir unsere Pflicht tun und unsere Fähigkeiten einsetzen. Wir sind als freie Menschen geboren. Keller meint, Du kannst tun was Du willst, aber versuche vorher herauszufinden was für uns Menschen wirklich gut ist.

Selbstverwirklichung setzt die Ausrichtung auf den Mitmenschen voraus. Der Glaube macht den Menschen heil, wenn er es fertig bringt, diese innere Ausrichtung zu leben und ein eigenverantwortliches Leben zu führen. Braucht man dann noch die Kirche, fragte ein Teilnehmer. Die Kirche brauchen wir als Informationsquelle, meinte Keller, denn wer macht sich schon Gedanken über den heilen Menschen. Mit dem Vortrag Professor Kellers endeten die heurigen Arnbacher Gespräche. Die Tradition der Arnbacher Gespräche wird fortgesetzt. Zum Abschluss wurden die Teilnehmer deshalb gebeten, Ideen für Themen für das kommende Jahr vorzuschlagen.

Für den Pressetext verantwortlich: Werner Götz, H.-Stockmann-Str. 11, 85256 Vierkirchen


Der heile Mensch
Vortrag von Jesuitenpater Professor Albert Keller

Arnbach - Für viele der fast 70 Teilnehmer war es heuer bereits das dritte Arnbacher Gespräch des Katholischen Landvolks. Jesuitenpater Albert Keller ist emeritierter Professor an der philosophischen Hochschule in München. Er behandelte die Frage, wie ist, bleibt oder wird der Mensch heil, auch wenn er in seinem Leben in der Welt oft stark bedrängt wird. Im Gespräch erläutert Keller Grundbereiche des menschlichen Lebens, des Erkennens, des Tätigwerdens und des Entscheidens. Einen Zugang zum Thema sah Keller im Erkennen. Er ging intensiv auf die Begriffe Wissen und Glauben ein. Bei einem großen Teil unseres Wissen könnten wir nicht mehr die ursprüngliche Quelle des Wissens nennen.

Trotzdem würden wir dieses Wissen, zum Beispiel dass die Zugspitze der höchste Berg in Deutschland ist, für wahr halten. Wir vertrauten darauf, dass wir richtig informiert wurden - auch wenn wir die Höhe der Zugspitze nicht selbst gemessen haben. Glauben heiße, "dass ich nicht beweisen kann, dass etwas so ist wie es ist", sagte Keller.

"Wenn der christliche Glaube hilfreich fürs Leben wäre, müssten doch Menschen, die glauben besser leben als Ungläubige." So laute die Argumentation vieler. "Glaube garantiert keinen Erfolg in dieser Welt. Wenn man in der Welt Erfolg haben will, muss man die weltlichen Mittel einsetzen und versuchen, seine Probleme zu lösen. Es gilt nicht die Maxime Gott wird es schon richten wenn etwas zu richten gibt. Gott hilft viel mehr durch das Handeln der anderen Menschen", sagte der Jesuitenpater. Als Argument erzählte Keller die Anekdote, wo ein Landpfarrer mit dem Bauern über die Felder ging, weil der Bauer wollte, dass die Felder gesegnet werden, damit alles gut wächst. Der Landpfarrer verstand etwas von der Landwirtschaft und sagte zu dem Bauern: Das Feld braucht keinen Segen, sondern Mist, damit etwas wachsen kann.

Dass wir als freie Menschen geboren werden, bedeute laut Keller, dass man tun kann was man wolle, aber versuchen sollte herauszufinden was für uns Menschen wirklich gut sei. Selbstverwirklichung setze die Ausrichtung auf den Mitmenschen voraus. "Der Glaube macht den Menschen heil, wenn er es fertig bringt, diese innere Ausrichtung zu leben und ein eigenverantwortliches Leben zu führen", sagte Keller, Braucht man dann noch die Kirche, fragte ein Teilnehmer. Die Kirche brauchen wir als Informationsquelle, meinte Keller, denn wer macht sich sonst schon Gedanken über den heilen Menschen. Mit dem Vortrag Professor Kellers endeten die Arnbacher Gespräche 2007.

Dachauer SZ vom 12.3.2007


Bilder: Alfred Bayer

Ankündigung der Arnbacher Gespräche 2007 in der Presse
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