KLB-Archiv                Johannisfeier/feuer          

KATHOLISCHE LANDVOLKBEWEGUNG DACHAU
Johannisfeier 2000
Gottesdienst zur Johannisfeier in Rudelzhofen 1.7.2000

Thema : Petrus - einer von uns

Kurze Begrüßung
In der Kirche ist ein kleiner Fels aus großen, groben Steinen aufgebaut. Kurze Betrachtung hierüber, insbesondere mit den Kindern.

Felssymbolik
- steht fest,wankt nicht,unerschütterlich, bleibt bestehen, sicher, unverrückbar
- gibt Halt und Sicherheit darauf kann man bauen
- darauf kann man sich verlassen
- dahinter kann man sich verstecken ein Zeichen von Beständigkeit und Treue

Heute wollen wir jemand kennenlernen, dem Jesus bei seiner ersten Begegnung den Namen Petrus (der Fels bedeutet, Joh. 1,35) gegeben hat.

Sonnenaufgang übr den Felsblöcken des Valley of Fire

Wer war dieser Petrus?
Warum hat Jesus ausgerechnet auf Petrus gebaut?

Petrus der Fischer
Petrus hieß ursprünglich Simon, wohnte in Kafarnaum und arbeitete als Fischer mit seinem Bruder Andreas zusammen. Täglich führen Sie mit ihrem Boot hinaus und warfen die Netze aus.

Ein Boot ist draußen auf dem See.
Es liegt ruhig und still.
Ein Netz ist ausgeworfen.
Der Fischer möchte damit Fische fangen.
Er holt das Netz mit kräftigen Händen wieder ein.
Das Netz ist ihm kostbar.
Er achtet darauf Jesus ist am See Genezareth.
Jesus sieht die Fischer.
Er sieht, wie sie vom Fischfang zurückkommen.
Er sieht, wie sie ihre Netze ausbreiten und flicken.
Da ruft Jesus einen Fischer mit Namen:
Petrus, komm, folge mir!
Lass das Boot, lass die Netze!
Komm und geh mit mir!
Komm und führe Menschen zu mir.

Während Text gesprochen wird, breiten Kinder Fischernetz aus (oder kurze Spielszene?)

Lied Nr.86 "Komm und folge mir, denn ich brauch dich", Strophen 1-3

(Kinder könnten mit Netz im Kreis gehen und zum Schluss des Liedes das Netz bei Fels ablegen)

Petrus zwischen Vertrauen und Zweifeln

Petrus gewinnt Vertrauen zu Jesus und folgt ihm mit tiefer Zuversicht nach. Aber dass auch er nicht frei von Zweifeln und Ängsten ist, zeigt die Schilderung vom Sturm auf dem See Genezareth (Mt. 14,22-33).

Die Jünger befinden sich auf tobender See.

 

Der Wind weht
Er treibt Wolken über den See.
Das Wasser schäumt.
Die Wellen kräuseln sich.
Sie werden hoch und mächtig.
Der Himmel ist dunkel
Es ist gefährlich auf dem See
Sie könnten im tosenden Wasser untergehen.

Da erblicken Sie plötzlich Jesus auf dem Wasser.

Sie trauen Ihren Augen nicht und bekommen Angst. Petrus sucht nach einer Bestätigung und ruft hinaus: "Herr, wenn du es wirklich bist, so befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!" Auf die Antwort Jesus ,,Komm her!" wagt sich Petrus schließlich hinaus auf die See. Doch plötzlich verlässt ihn der Mut angesichts der hohen Wellen. Da beginnt er zu sinken. Auf seinen Ruf ,,Hilf mir, Herr," streckt ihm Jesus seine Hand entgegen.

Ein Bild mitten aus dem Leben, auch aus unserem Leben. Wie oft tobt um uns das Meer des Lebens, das eben noch ruhig und glatt und ungetrübt erschien. Wellen von Ängsten schlagen plötzlich über uns zusammen. Wir glauben, manchmal in unserer Arbeit zu ertrinken, in den Sorgen der Zeit unterzugehen, in Ratlosigkeit, Trauer und Resignation zu versinken. Wie oft bleiben wir in unserem Lebensboot sitzen, voller Furcht, uns hinauszuwagen, uns den Problemen zu stellen und nach Hilfe Ausschau zu halten. Wie oft klammern wir uns an vermeintlich letzte Sicherheiten, die dann doch in der stürmischen Zeit auseinander zu brechen drohen? Wie oft sehen wir die helfende Hand Im Meer der Sorgen nicht oder zu spät - oder wollen sie nicht sehen? Und wie oft wagen wir ein paar Schritte hinaus ins Ungewisse- und dann verlässt uns der Mut? Petrus, auf Jesus zugehend, ein Bild der Hoffnung! Mitten in den Wellen, die zum Leben dazugehören, ist da einer, der zu uns steht, uns die Hand reicht und bei uns ist, trotz unserer Ängste und Zweifel

Lied Nr.19 "Immer auf Gott zu vertrauen", Strophe 1 und 3

Petrus der Mutige und der Schwache (Mt. 31-33)

Nach der letzten Abendmahlsfeier ging Jesus zu seinen Jüngern hinaus zum Ölberg. Unterwegs deutet Jesus an, dass Sie ihn heute nacht alle verlassen würden. Petrus widerspricht ihm: ,,Selbst wenn alle anderen dich verlassen - ich verlasse dich bestimmt nicht! Doch Jesus antwortete: ,,Täusche dich nicht, bevor der Hahn heut nacht kräht, wirst du dreimal behaupten, dass du mich nicht kennst".

Petrus, der seine ganze Liebe und Hoffnung auf Jesus setzt, glaubt allen Stürmen und Anfeindungen gewachsen zu sein. Sein Versprechen, sich stets zu Jesus zu bekennen, kommt ihm leicht von den Lippen. Er kann sich keine Situation vorstellen, die ihn in Schwierigkeiten bringen könnte und er Jesus verleugnen müsste. Er ist sich seiner Sache sicher. Aber es kommt anders. Die Wellen der Ereignisse stürzen über ihm zusammen, als Jesus verhaftet wird. Alles worauf er seine Hoffnung gebaut hatte, scheint vernichtet zu werden. Entsetzen und blanke Angst lassen ihn Jesus verleugnen. Als der Hahn kräht wird ihm dies bewusst und er weint vor Verzweiflung.

(Hahnsymbol zu Fels tragen)

Trotz dieser Verleugnung zieht Jesus sein Vertrauen auf Petrus nicht zurück, denn Jesus hat sich keinen Übermenschen als seinen Nachfolger ausgesucht, sondern einen Mann mit aller Menschlichkeit. Nach der Auferstehung erneuert Jesus bei einem Zusammentreffen mit den Jüngern am See (Joh. 21, 15-23) seinen Auftrag für Petrus. Auch uns geht es manchmal wie Petrus, wenn uns der Mut fehlt uns öffentlich für den Glauben zu engagieren. Die Geschichte zeigt aber auch, dass es sich trotz Rückschlägen lohnt, immer wieder einen Neuanfang zu wagen.

Lied Nr.19, Strophen 4 und 5

Petrus erhält "die Schlüssel"

Der Auftrag von Jesus an Petrus lautete (Mt. 16,13-19): "Du bist Petrus. Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen. Kein Feind wird sie vernichten können, nicht einmal der Tod. Ich will dir die Schlüssel zu Gottes neuer Welt geben."
(großen Schlüssel zu Fels legen)

Finden wir uns auch hier wieder? Übergabe von Schlüsseln, das könnte auch eine Szene vor dem Haus unseres Nachbarn sein, der uns in seiner Abwesenheit bittet, die Blumen zu gießen, bei unseren Freunden, die im Urlaub ihre Vierbeiner versorgt haben möchten, oder im Betrieb, zu dem wir freien Zugang haben sollen. Schlüssel weitergeben, das ist ein großer Vertrauensakt.

Jesus hat volles Vertrauen, dass Petrus die neue Botschaft in seinem Sinne weiter gibt und lebt. Es geht nicht darum, eine Machtposition einzunehmen, sondern als Nachfolger Jesus die Herzen der Menschen für die neue Botschaft aufzuschließen, sie zu stärken, aufzurichten, ihnen Mut zu machen, sie zu trösten und ihnen Hoffnung zu geben. Petrus nimmt diesen Auftrag in Demut an.

Auch uns werden im Leben immer wieder Schlüssel angeboten. Nehmen wir sie an? Oder haben wir Angst jemanden zu enttäuschen, Angst, dass uns die Aufgabe überfordert, oder Angst das in uns gesetzte Vertrauen nicht erfüllen zu können? Petrus wurde trotz und vielleicht gerade wegen seiner ganzen Menschlichkeit von Jesus berufen. Dies könnte uns ermutigen, auch in unserem Leben Verantwortung und Schlüsselfunktionen im Kleinen wie im Großen anzunehmen und verantwortlich auszufüllen.

Lied Nr.63 ,,Wenn einer sagt ich mag dich dir"

Wenn wir abschließend ein wenig zusammenfassen, sehen wir, dass die Kraft des ,,Felsen Petrus" aus dem Zusammenwirken vieler Elemente besteht:

 

Einfachheit,
Offenheit,
Hoffnung,
Glaube,
Temperament,
Begeisterungsfähigkeit,
Zwiespalt,

Ängste,
Zweifel,
Mut,
Mutlosigkeit,
Demut,
Gottvertrauen,
Liebe.

(einzelne Begriffe abwechselnd zu dritt sprechen)

Jesus hat bewusst keinen Menschen mit unerreichbarem Leben gewählt

Fürbitten (s. Anlage- Fürbitten vorher einzeln verteilen)

Zwischenruf: Lied Nr.145: Gott wir rufen, Gott wir vertrauen Am Ende der Fürbitten: Auch wir haben, wie Petrus, Gottes Hilfe und Vertrauen. Gott lässt uns trotz unserer Schwächen nicht im Stich; er steht uns bei und begleitet uns.

Vater unser (gemeinsam, alle reichen sich die Hände)

Schlussgebet (s. Anlage)
(gemeinsam beten, vorher entsprechende Zettel austeilen)

Segensbitte (Zum Abschluss) Lied Nr.131 ,,Gott, dein Guter Segen", Strophen 1-3

Schlussgebet

 

Jesus du hast keine Hände, nur unsere Hände, um deine Arbeit heute zu tun.
Du hast keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf deinen Weg zu führen.
Du hast keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von dir zu erzählen.

(Nach einem Gebet aus dem 14. Jahrhundert)

 


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