Archiv                  Ausflüge

von Windlade, Blasebalg und Holzpfeifen
Besuch bei Orgelbau Linder in Nußdorf
am 14.6.2026

Der Ausflug führte die Spurensucher ins Inntal nach Nußdorf, wo sie die Orgelwerkstatt Linder besichtigten.

Gründer und Firmenchef Alois Linder begrüßte die Teilnehmer und begann mit der Führung im Freien, wo im überdachten Lager Fichten- und Eichenholz bis zu 5 Jahre an der Luft getrocknet wird, bevor es zur Verarbeitung geeignet ist. Eingekauft wird über den Holzmissionshandel.

Fichtenholz zeichnet sich durch Leichtigkeit und wunderbare Resonanz aus, Eiche wird bevorzugt für Gehäuse verwendet,weil sie gegen Schädlinge resistent ist.
In den verschiedenen Werkstatt-räumen kamen die Besucher nicht aus dem Staunen, wie viele Kleinteile zum Bau einer Orgel gebraucht werden, Messinghaken und Zugdrähte, Pergamentstreifen aus getrocknetem Ziegenleder. Orgelpfeifen in allen Größen aus Zinn und Holz warten auf den Einbau.

Zur Zeit wird eine Orgel aus Österreich aus dem Jahr 1831 restauriert.
In Auftrag gegeben sind auch vier Truhenorgeln im geschnitzten Eichenkasten, 4 Register mal 55 Pfeifen, eine davon wird in Zukunft im Kloster der Franziskaner in Jerusalem bespielt werden.



Alois Linder erzählte auch über den durchaus mühsamen Weg zu seinem Traumberuf Orgelbauer: 3 Jahre Schreinerlehre sind Pflicht, dann folgte das Suchen und Warten auf eine Orgelbauer-Lehrstelle, die er mit dem abgeschlossenen Studium der Holztechnik überbrückte, 3 Jahre Orgelbauerlehre, 5 Jahre Gesellenzeit. Nach der Meisterprüfung 1992 gründete er die Firma, 2001 konnte er im Gewerbegebiet seine Werkstatt in viel Eigenleistung errichten. 10 qualifizierte Mitarbeiter sind beschäftigt.

Interessant ist auch die Geschichte der Orgel, die 270 v. Chr. von einem Griechen in Alexandrien (Ägypten) erfunden wurde. Sie war ein lautes Instrument der römischen Antike und wurde z. B. im Kolosseum in Rom zu den Gladiatorenkämpfen gespielt. Erst im Laufe des 9. Jahrhunderts fand sie Einzug in Kirchen, zuerst in Aachen.

   

Anschließend fuhren die Teilnehmer nach Flintsbach, wo sie in der Pfarrkirche St. Martin eine Marienandacht feierten.

Sie wurde musikalisch umrahmt auf der Linderorgel von Wast Unterseher, deren Bau er mitinitiiert hatte und diese Orgel in den feinsten Tönen erklingen ließ.

Zum Abschluss gab es noch die obligatorische Einkehr im Gasthaus Dannerwirt.
_________________________________

Bericht von Agnes Bernöcker, Wörnsmühl
Bilder: Hans Schertl