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Emmausgang 2026
am 6.April 2026

Ökumenischer Gottesdienst mit Agapefeier
Ostermontag, den 06. April 2026 um 11 Uhr
in der Basilika auf dem Petersberg

Liturgisches Team:
Frau Kreitmair, Frau Bayer, Frau Werner (Kath. Landvolk Dah) & Ingrid Scheck,
Johannes Ludwig (Landkreisausschuss Friedenskirche) & Pfarrer Josef Mayer (Pfarrverband Odelzhausen) & Pfarrer Gerhard Last (Friedenskirche Dachau)
Material: Bildkarte: "Die Bibel" von Gigi, Liedblatt mit EG 436 und EG 503 Musik: Wolfgang Roth (Altomünster)
Info: GL = Gotteslob / EG = Evangelisches Gesangbuch

Musik Eingangslied: GL 328, 1-5

Liturgische Eröffnung und Begrüßung (Josef & Gerhard)

Kyrie (ein Satz und darauf der gesungene Ruf - Gerhard) GL 155 "
— Das Osterlicht ruft uns zusammen. Aus allen Himmelsrichtungen sind wir zusammengekommen, hierher gepilgert.
    Gemeinsam singen wir: Kyrie eleison!
— Das Osterlicht schenkt uns Mut, neu hinzusehen, Augen und Herz zu öffnen für all das, was wir selbst an Gepäck haben
    und all das, was unsere Nächsten an Gepäck tragen. Gemeinsam singen wir: Kyrie eleison!
— Das Osterwunder schenkt uns Gemeinschaft und Freude. Alles ist möglich allen, die glauben.
    Mit unserem Gott können wir über Mauern springen - und gemeinsam singen: Kyrie eleison!

Glorialied: GL 169

Tagesgebet (Ingrid Scheck)<
Lasst uns beten. Gott, Schöpfer aller Dinge, Mutter aller Lebenskraft, himmlischer Vater und heilige Geistkraft, in Jesus Christus weist deine Liebe über unsere geschöpflichen Grenzen hinaus. Und wie wir nicht irgendwie ins Leben gekommen sind, so werden wir nicht irgendwie aus Raum und Zeit verschwinden. Von Ewigkeit zu Ewigkeit umfängt uns Deine Liebe und schenkt uns Leben für und für. Darum danken und singen wir Dir und preisen Deine Herrlichkeit. Amen

Meditation: "Der Mensch" Betrachtung zum Bild „Die Bibel"
Seit dem Sommer 2007 hängt im Speisesaal der KLVHS Petersberg das Bild „die bibel" der Dachauer Künstlerin gigi. Die Zeichnung entstand 1985. Sie wurde 2003 und 2006 überarbeitet. Sie ist eine Dauerleihgabe der Künstlerin, die das Bild zwar zeigen, aber nicht verkaufen will, und löst immer wieder Diskussionen aus: Ein solches Bild im Speisesaal ? Bei der letzten Überarbeitung hat gigi dem ursprünglichen Titel, die bibel" noch den Koran und den Talmud hinzugefügt, wohl um darauf hinzuweisen, dass sie die Aussage des Bildes auf alle drei Schriftreligionen, das Christentum, das Judentum und den Islam, bezogen sehen will. Es geht um das Verhältnis der Heiligen Schrift zum Menschen. Gigi schreibt gerne von rechts nach links. Auch und gerade im Zusammenhang mit den religiösen Büchern bringt sie so ihr Verständnis von Kunst zum Ausdruck: Sie soll, wie die Religionen, zum Denken gegen den Lauf der Zeit verhelfen. Es geht also hier nicht um das, was die Weltreligionen trennt, sondern vielmehr um das, was sie miteinander verbindet.

Bei der auf dem Bild dargestellten jungen Frau handelt es sich um ein besonderes Selbstporträt der Künstlerin. Das Gesicht könnte ihr Gesicht sein. Sie hält „Das Buch" und damit die Geheimnisse der drei großen Schriftreligionen in der Hand. Lächelnd liest sie darin. Sie liest in einem Buch, das an allen Ecken ausgefranst ist und einen sehr gebrauchten, ja fast zerfledderten Eindruck macht. Was im Buch steht, so möchte man feststellen, kann sie in Wirklichkeit gar nicht lesen, geschweige denn verstehen. Dies gilt wahrscheinlich für die verzweifelte menschliche Lebenssituation der Künstlerin, in der dieses Bild entstanden ist. In derartigen Lebenslagen erweist sich dieses Buch für alle leidenden Menschen, nicht nur als Quelle des Lebens, sondern auch als letztlich fremd und unzugänglich.
Es geht um Leben oder Tod. Es wirkt, als ob der Tod von rechts aus dem diffusen Nebel käme und sich von hinten der Frau bemächtigte. Sie aber stemmt sich gegen den Tod, indem sie mit aller Kraft das heilige Buch festhält und darin zu lesen versucht. Die Hoffnung stirbt nicht nur zuletzt, sie geht viel weiter und wird sogar zur Quelle für neues Leben, das durch die Schwangerschaft der Frau angedeutet wird. Daneben ist noch eine andere Deutung möglich. Es könnte auch dargestellt sein, dass der Mensch von der Begegnung mit der heiligen Schrift bis auf den Grund seines Seins berührt wird. Im Bild sieht man sowohl die Knochen der Hand als auch die offene Wirbelsäule und die Beckenknochen. Begegnungen mit der heiligen Schrift gehen aufs Ganze, bis auf die Knochen, an die Eingeweide, betreffen den eigentlichen Halt, ja das Rückgrat des Menschen.
Zugleich bei solch elementarem Getroffensein, das die Knochen und das Mark offen legt, und das ist auf den ersten Blick sehr verwunderlich, ist die gleiche Frau schwanger. Sie ist in guter Hoffnung. Das Wort, das sie getroffen hat, bringt Frucht. Es bringt neues Leben. Einfach unvorstellbar: das, was bis ans Mark gegangen ist, wird zur Quelle, zum Quellgrund von Leben. Das gleiche Wort, das trifft, wird Mensch. Unvorstellbar, wozu Gott in der Lage ist. Mitten in Vergänglichkeit und Begrenzung hinein, entgrenzt und befreit er zum Leben. Denn er will, dass wir das Leben haben und es in Fülle haben. Das gilt für die Frau auf dem Bild, die sich der Bibel zuwendet, und für jede und jeden die bzw. der dieses Kunstwerk betrachtet, ja für alle Menschen, die sich dem ganzen Leben stellen. Es gilt für alle, die ernst nehmen, dass das Leben Grenzen der Vergänglichkeit kennt und zugleich immer wieder neu zum Leben hin treibt. Pfr. Josef Mayer Franz Josef Zeheter

 

Instrumental-Stück

Evangelium Teil I - Lukas 24,13-24 - gelesen in Rollen (Team) Antwortgesang: "Meine Hoffnung und meine Freude" GL 365 Sie sehen ihn nicht. Die Jünger, die nach Emmaus gehen. Jesus geht mit ihnen. Aber sie sehen ihn nicht. Sie erkennen ihn nicht. Weil etwas anderes ihren Blick gefangen hält. Weil etwas anderes ihr Denken und Fühlen gefangen nimmt. Ihre ganze Anschauung, ihr Blick in die Welt, ihr Blick aufs Leben - ein Tunnelblick. Sie sehen ihn nicht. Jesus spricht zu ihnen. Aber sie haben keinen Blick für ihn. "Weißt du nicht, was geschehen ist?" fragen sie ihn, gefangen in ihrer Trauer. "Bist du so fremd, dass du den Schatten über unserem Leben nicht siehst?" Der Schatten unseres Lebens, das ist der Tod. Er gehört zum Leben dazu. Auf Schritt und Tritt. Wir können ihn nicht abschütteln. Er ist immer da. Auch wenn wir ihn nicht immer sehen. Ja, diese Tage gibt es auch, Gott sei Dank! Dass wir den Schatten unseres Lebens nicht sehen. Weil wir keinen Blick dafür haben, weil unser Blick auf ganz andere Dinge gerichtet und gelenkt ist. Weil Hoffnung und Freude uns erfüllen, weil Stärke und Licht uns umgeben - so viel, dass der Schatten verblasst. Die Jünger, die nach Emmaus gehen - Jesus will ihnen das schenken: Hoffnung und Freude, Stärke und Licht. Aber sie sehen ihn nicht. Zu tief spüren sie die Wahrheit, die im Bild von Künstlerin gigi aus der Mitte der schwangeren Frau in die Leere der rechten Bildhälfte führt. Der leere Schatten, er gehört zum Leben dazu. Die Künstlerin weiß das. Die Knochen, die uns wandeln lassen, sie sind das Symbol für unsere Vergänglichkeit; für unsere Zerbrechlichkeit; für unsere Wege - und ihre Grenzen. Jesus geht mit uns mit. Auch wenn wir ihn nicht sehen.

Evangelium Teil II - Lukas 24,25-29 - gelesen in Rollen (Team) Antwortgesang: "Meine Hoffnung und meine Freude" GL 365 Gedanken dazu (Josef)

Fürbitten: dazu als Antwortruf - Herr, erbarme dich unserer Zeit 728,1
(Einleitung, Schluss: Josef,    Fürbitten: Frau Kreitmair, Frau Bayer, Frau Werner)

Evangelium: Teil III - Lukas 24,30-31 - gelesen in Rollen (Team) Antwortgesang: "Meine Hoffnung und meine Freude" GL 365 Gedanken dazu (Gerhard)
Da gingen ihnen die Augen auf. Die Jünger, die nach Emmaus gingen. Jesus ging mit ihnen und er blieb bei ihnen. Und in einem ganz dichten Moment … Da brauchte es keine Worte mehr, kein Reden über Propheten und die Heilige Schrift, kein Debattieren über Gott und die Welt. In einem ganz dichten Moment … da war alles gesagt. - Nein! Da gab es nichts zu sagen! Weil mehr geschah, als es Worte jemals ausdrücken könnten. In diesem dichten Moment. Eine Offenbarung. Da gingen ihnen die Augen auf und sie sahen und sie spürten, sie hörten und sie schmeckten, sie rochen und sie fühlten diese unsagbare Wahrheit über unserem Leben, die alles umschließt: unser Leben ist gesegnet. Unser ganzes Leben, mit Licht und mit Schatten. Unser ganzes Sein, mit unserem Dasein jetzt und unserem Nichtsein dann, irgendwann. Über allem steht der Segen Gottes. Alles umschließt die lebendige Liebe Jesu. In dichten Momenten gehen uns dafür die Augen auf. Dafür, dass das Leben schön ist. Dafür, dass das Leben ein Geschenk ist. Dafür, dass wir unendlich dankbar sind für das Leben, dass uns erfüllt, und für das Leben, das uns umgibt: die Natur, die Vögel und die Blumen; die Nahrung, das Brot und der Wein; die Liebe, unsere Freunde und unsere Familie. Diese unfassbare Wahrheit - sie gehört zu unserem Leben dazu. Die Künstlerin gigi weiß das. Und sie hat ein Ausrufezeichen in ihr Bild gesetzt, um diese Wahrheit zu unterstreichen. Denn spektakulär wird das Bild, finde ich, erst so richtig durch den Schwangerenbauch. Wie leer, wie trostlos es wäre ohne diese sichtbare Hoffnung. "Guter Hoffnung sein", "in freudiger Erwartung", schwanger! Der Bauch - er wird wieder verschwinden. Wohl nicht ganz so schnell wie der Auferstandene vom Tisch der Emmausjünger. Aber die Wahrheit des Wunders: Leben - wird bleiben. Das Leben wird bleiben. Unser Leben wird bleiben. In und mit und bei Gott. Das ist unsere Hoffnung und unsere Freude, unsere Stärke, unser Licht.

Gabenlied: "796"

Gabengebet (Gerhard) Gott, unser Vater, sieh nur, wie viele deiner Menschenkinder hier versammelt sind! Aus allen Himmelsrichtungen sind wir zusammengekommen, um dieses Fest des Glaubens zu feiern. Wir bringen Dir aus unserer Mitte Brot und Wein. Das Brot - Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit - als eines unserer wichtigsten Grundnahrungsmittel, ohne welches wir kaum leben können. Den Wein - Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit - als Zeichen der Lebensfreude und des menschlichen Miteinanders. Gott, wir bitten Dich: Segne Du diese Gaben, damit sie uns zum Segen werden und wir zum Segen für andere, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen

SEGEN DER AGAPEGABEN (Josef & Gerhard)
So bitten wir dich, guter Gott, segne Brot und Wein, die Gaben des Lebens, die wir anschließend als besonderes Zeichen der Verbundenheit untereinander, miteinander teilen werden. Lass Brot und Wein zum Segen werden für uns alle, und für alle, an die wir heute besonders denken. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Überleitung zum Vater unser (Josef)
VATER UNSER

Friedensgruß (Gerhard) Friedenslied: "EG 436 Kanon: Herr, gib uns deinen Frieden"

Gedanke zum Teilen von Brot, Wein und Saft (Josef)
Wer mit mir isst, sagt Christus, der steht unter meinem Schutz, ist mein Freund, mein Bruder, meine Schwester, mein Hausgenosse. Wer mich kennt, sieht am Brot und am Wein, was ich für meine Freunde getan habe. Und wer einmal mit mir gegessen hat, der ist nun ein Tischgenosse aller Menschen. Hilf uns, weiter zu geben, was wir empfangen haben. Die Liebe und das Brot, den Saft und den Wein.

Austeilen von Brot und Wein - dabei Instrumentalmusik Lied: "EG 503,1+3+8+14 Geh aus mein Herz"

Schlussgebet (Johannes Ludwig)
Guter Gott, wir danken dir! Hab Dank für deine Nähe in Brot und Wein. Hab Dank für unsere Gemeinschaft, für freundliche Hände und liebevolle Blicke. Hab Dank für deinen Segen auf unseren Wegen, für Gesundheit und sichere Wege; für Kraft in unserer Schwäche und Mut in unserer Angst. Nicht alles ist gut in unserem Leben, in unserer Welt. UND doch ist es wieder Ostern! Und wir singen und feiern tun gut daran° Unsere Hoffnung und unsere Freude, unsere Stärke, unser Licht, unsere Zuversicht warst und bist Du, guter Gott. So sei es, alle Tage. Amen

Evangelium Teil IV - Lukas 24,32-35 - gelesen in Rollen Antwortgesang: "Meine Hoffnung und meine Freude" GL 365
Gedanke zur Bedeutung des Wortes "Ihr seid Gesandte …, mit Euch geht der Glaube …" (Josef)

SEGEN (gerne mit allen im liturgischen Team) " Du Gott der Anfänge, segne uns, wenn wir Deinen Ruf hören " Segne uns, wenn Deine Stimme uns lockt zu Aufbruch und Neubeginn. " Segne unsere Hände, dass sie Segen weitergeben. " Segne unsere Ohren, dass sie mit Geduld und Großmut hören und alles zum Segen bewegen. " Segne unsere Augen, dass sie achtsam und liebevoll sehen und alles zum Segen lenken. " Segne unsere Mund, dass Worte in die Welt gehen, die zum Segen wirken.

So segne und behüte euch auf eurem Weg des Für- und Miteinanders der lebendige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

3 Osterwitze & Entlassruf (Josef)

Musik


Danach Wanderung vom Petersberg nach Kleinberghofen
und Mittagessen im Gasthof Freudenhaus.
Teilnehmerzahl 35 KLB-Mitglieder