Arnbacher Gespräche Übersicht                   Arnbacher Gespräche 2010

Jahresthema 2010: Kunststück Leben

1. Die Kunst zu leben
Waldemar Pisarski, evangelischer Theologe, Augsburg
Dienstag 9. Februar 2010





der Referent

Bericht der Dachauer Nachrichten vom 18. Febr.2010
Ein Blick Über den Tellerrand
von GISELA HUBER 

Arnbach - Jubiläum beim Katholischen Landvolk im Kreis Dachau: Seit 25 Jahren bietet es in den ersten drei Monaten des Jahres
die so genannten Arnbacher Gespräche an. Heuer steht das "Kunststück Leben" im Zentrum.

Die Arnbacher Gespräche gehen in eine neue Runde. Im Pfarrhof von Arnbach drehte sich diesmal alles um das "Kunststück Leben". Zum ersten Abend begrüßten die beiden Vorsitzenden Werner Götz und Lieselotte Werner den evangelischen Theologen Waldemar Pisarski aus Augsburg.
"Die Kunst zu leben" war ihm als Thema gestellt. Er betonte eingangs, dass sich jeder Mensch danach sehnt, sinnvoll und lobend zu leben. Die praktische Seite zeigte er unter anderem am Märchen "Hans im Glück" auf. "Meine Last ist leicht', hatte schon Evangelist Matthäus'geschrieben. Unter diesem Aspekt sollten seiner Ansicht nach einmal die Worte leichtsinnig, leichtfüßig, leichtfertig oder leichtgläubig betrachtet werden - und dabei soll man nicht nur die negative Bedeutung sehen, sondern die Betonung auf "leicht' legen.
"Wer morgens schon bäh'zu sich im Spiegel sagt', so der Referent, werde dies den ganzen Tag mit sich herumtragen.


"Die erste Stunde des Tages entscheidet, wie der Tag laufen wird", so Pisarski. Ein erfülltes Leben sollte nicht nur um sich selbst kreisen, sondern sich auch für andere öffnen. Über den Tellerrand hinausschauen, sich für andere engagieren, "sich in Anspruch nehmen lassen", gehöre zur Kunst zu leben.

Aber auch das Loslassen von Lebensphasen, das Abschiednehmen sei ein Teil. Leben und Sterben gehören untrennbar zusammen, so Pisarski.Die Selbstfindung als wichtiger Punkt im Leben wurde dann in der regen Diskussion angeschnitten, denn wer die Selbstliebe auslasse, könne ausbrennen.
Der Referent machte auch Mut, manche Sprichwörter umzudrehen, wie "erst die Arbeit, dann das Spiel". Denn Kinder, die den ganzen Tag lang in der Schule ihre Leistung bringen müssen, können oft nur durch Spielen abschalten.


Ehrung: Vorstandsmitglieder aus den letzten 25 Jahren

Als Skandal bezeichneten einige Teilnehmer, wie heute mit Menschen umgegangen werde. "Es wird Berufserfahrung verlangt, aber niemand gibt den jungen Menschen die Möglichkeit, überhaupt Berufserfahrung zu, sammeln", so die Meinung.

Weitere Redner konnten nicht verstehen, wieso Deutsche immer so griesgrämig schauen, wo es ihnen doch gut gehe. "Die Südamerikaner haben nichts zu verlieren, weil sie nichts haben, aber sie sind zufrieden, freundlich und glücklich."

Das letzte Wort gehörte Waldemar Pisarski, der behauptete: Jeder Mensch ist ein einzigartiger Gedanke Gottes". Er machte Mut, der zu sein, der man ist.


Abschließend wurden die Besucher zum nächsten Abend am Donnerstag, 25. Februar, ab 19.30 Uhr in den Arnbacher Pfarrhof eingeladen. Hier wird Dr. med. Thomas Binsack aus Dachau über die "Kunst zu sterben" sprechen. Er berichtet über seine Erfahrungen aus der Hospizbewegung und der Palliativmedizin.


Bilder: Alfred Bayer

Ankündigung der Arnbacher Gespräche 2010 in der Presse
Zum 2.Gespräch 2010
Zum 3.Gespräch 2010