Arnbacher Gespräche Übersicht                          Arnbacher Gespräche 2007


Jahresthema 2006
Der Mensch in seinen Lebenssituationen
Ankündigung in der Presse

KLB-Pressestelle  

Der Mensch in seinen Lebenssituationen
Zum 22.Mal finden heuer die Ambacher Gespräche statt /
Themenabende sollen zum Nachdenken u. zu Diskussionen anregen

Bericht von Adolf Mayr in der Dachauer SZ vom 16.Januar 2007

Landkreis - Zum 22. Mal bereits finden heuer die Arnbacher Gespräche der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) im Landkreis statt. Bei der Themenwahl stand diesmal der Schriftsteller Eugen Roth Pate. Sein Gedicht "Ein Mensch erblickt das Licht der Welt. ." steckt den Rahmen für drei Themenabende ab, die auch diesmal viele Interessenten in den Arnbacher Pfarrhof locken sollen.
Das sei "ein ganz tolles Rahmenthema", sagt KLB-Kreisvorsitzender Werner Götz beim Pressegespräch am Petersberg. Man habe dieses Gedicht gewählt, weil sich Roth darin als scharfer, aber doch auch verständiger Beobachter des Menschen in allen Lebenssituationen erweise. An drei Abenden (Beginn jeweils 19.30 Uhr) solle die Frage erörtert werden, "was erlebt der Mensch in seinem Leben" und"was erwartet man von ihm"? Nach einem jeweils etwa halbstündigen Einführungsreferat können sich die Besucher in die im "Geist der Offenheit" geführten Gespräche einbringen. Der Mensch werde nach seinem Zweck beurteilt, den er für andere erfüllt, wobei man vor allem an die Arbeitswelt denke, erklärt Götz zum Thema des ersten Abends" Der verzweckte Mensch" am Dienstag, 23. Januar.
Die Alternative dazu werde in dem Gespräch mit dem Jesuitenpater Benno Kuppler aus München, einem promovierten Sozialwissenschaftler und erfahrenen Seminarreferenten, der "glückliche Mensch" sein, weil glücklich sein ein elementares Bedürfnis aller Menschen sei.

Nicht alle Menschen kommen aber mit ihrem verzweckten Dasein zurande und werden psychisch krank. Eine hilfreiche Antwort darauf soll der zweite Gesprächsabend am Mittwoch, 14. Februar, mit dem Thema "Der recycelte Mensch" geben. Der Begriff aus der Abfallwirtschaft soll zum Ausdruck bringen, dass der psychisch kranke Mensch "runderneuert" werden müsse, um ihn wieder seinem ursprünglichen Zweck zuführen zu können. Ursula Hannemann von der Caritas Dachau wird dabei aus ihren Erfahrungen berichten. Welche Hilfe in Problemsituationen der Glaube (an Gott) sein kann, darüber soll der dritte Abend am Dienstag, 27. Februar, mit dem Jesuitenpater Professor Albert Keller von der Diskussionen anregen Hochschule für Philosophie München zum Thema"Der heile Mensch" Aufschluss geben. Das Leben der Christen sei nicht immer ein christliches Leben, gibt Werner Götz zu bedenken. Nur dann, wenn sie christlich lebten, werde der Glaube eine Hilfe sein. Darum werde es an diesem Abend gehen.
KLB-Kreisvorsitzende Käthe Kreitmeir verwies auf weitere Angebote im Jahresprogramm, besonders auf den Oasentag am 2. und 3. März in der evangelischen Landvolkshochschule Pappenheim und, das "Bibelwandern bei uns dahoam im Landkreis Dachau" am 26. Mai.
Adolf Mair

 


Pressegespräch am Freitag, 12. Januar 2007 im Haus Petersberg
mit den Mitgliedern des Kreisvorstandes der Katholischen Landvolkbewegung Dachau (KLB)
Käthe Kreitmair, Lieselotte Werner, Werner Götz
und Winfried Riedel
vom Arbeitskreis Junge Erwachsene (Drift)

I. Die Katholische Landvolkbewegung (KLB) im Landkreis Dachau veranstaltet heuer die 22. Arnbacher Gespräche und lädt dazu herzlich ein. Das Gedicht von Eugen Roth "Ein Mensch erblickt das Licht der Welt. . " gibt das Rahmenthema für die Arnbacher Gespräche 2007 vor. Wir haben dieses Gedicht als Themengeber gewählt, weil sich Roth darin als scharfer, aber doch auch verständiger Beobachter des Menschen in allen Lebenssituationen erweist. Bei drei Abenden soll der Frage nachgegangen werden, welche Rollen dem Menschen in unserer Gesellschaft abverlangt werden.

Arnbacher Gespräche 2007
Ein Mensch erblickt das Licht der Welt. .

Der verzweckte Mensch
Dr. Benno Kuppler, SJ, München
Dienstag, 23.01.2007, 19.30 Uhr, Pfarrhof Arnbach

Der Referent, Pater Benno Kuppler SJ, promovierter Sozialwissenschaftler und spiritueller Begleiter, wird Anstöße geben und die Teilnehmer zum Gespräch einladen. Menschen werden funktionalisiert für Zwecke anderer Menschen und für wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische und religiöse Systeme. Manchmal ist es möglich, diese Bedrohung der Verzweckung rechtzeitig zu erkennen und sich dagegen zu wehren. Benno Kuppler bespricht das Thema anhand einiger Literaturquellen. So beschreibt Heinrich Böll ein humorvolles Beispiel in seiner "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral". Ganz anders, traurig-melancholisch, klingt es in Bölls handlungsstarker Geschichte "Es wird etwas geschehen!" Ein Unternehmer grüßt jeden Morgen in seiner Fabrik "Es muss etwas geschehen!" Und die Mitarbeiter riefen frohen Mutes: "Es wird etwas geschehen!" Aber was soll geschehen? Eine Antwort könnte uns "Hans im Glück" geben. Viele Menschen funktionieren in ihrem Beruf, in ihrer Beziehung, in der Familie, auch in der Kirche. Die Alternative zum "verzweckten Menschen" heißt der "glückliche Mensch". Glücklich sein ist ein elementares Bedürfnis aller Menschen. Die Verzweckung des Menschen ist kein Naturgesetz, glücklich sein dagegen ein lohnendes Lebensziel.

Der recycelte Mensch
Ursula Hannemann, Sozialpsychiatrischer Dienst, Dachau
Mittwoch, 14. Februar 2007, 19.30 Uhr, Pfarrhof Arnbach

Der Begriff stammt aus der Abfallwirtschaft. Ursula Hannemann klärt, ob und in welchem Umfang er auf den Menschen angewendet werden darf. Sie wird darstellen, wie der Sozialpsychiatrische Dienst der Caritas Menschen in Krisen und Belastungssituationen helfen kann. Anhand von Fallbeispielen wird sie zeigen, was mit Menschen während einer psychischen Erkrankung passiert, aus welchen Lebensprozessen sie heraus fallen und aus welchen Lernprozessen sie ausgeschlossen werden, weil sie den Anforderungen nicht mehr nachkommen können. Ausgehend von einem Phasenmodell menschlicher Entwicklungsprozesse, basierend auf der Maslowschen Bedürfnistheorie, wird die Referentin die "Re-Cycling"-Entwicklung von Klienten aufzeigen. Hannemann geht es zentral um gesellschaftliche und individuelle Teilhabe und Verwirklichungschancen für Menschen, die aufgrund psychischer Belastungen große Mühe haben, lebenswerte und ihren Fähigkeiten angemessene Perspektiven zu erschließen. Die Referentin zeigt auf welche Rahmenbedingungen und welches Menschenbild der Caritasarbeit zugrunde liegen.

Der heile Mensch
Prof. Dr. Albert Keller, SJ, Hochschule für Philosophie München
Dienstag, 27. Februar 2007, 19.30 Uhr, Pfarrhof Arnbach

Unter diesem Thema bespricht der Referent die Frage, wie ist, bleibt oder wird der Mensch heil, auch wenn er oft in seinem Leben in der Welt stark bedrängt wird. Welche Hilfe kann dabei der Glaube (an Gott) geben. Manche halten ihn eher für ein Hindernis als für eine Hilfe. Sie argumentieren etwa so: "Wenn der christliche Glaube hilfreich fürs Leben wäre, müssten doch Menschen, die glauben besser leben als Ungläubige." Danach sieht es aber keineswegs aus. Das könnte daran liegen, dass Christen von den Möglichkeiten ihres Glaubens nicht genügend Gebrauch machen. Vielleicht bietet ihnen der Glaube zwar eine Lebenshilfe, aber sie nutzten sie nicht und leben deshalb nicht besser. Der bloße Blick darauf, wie Christen tatsächlich leben, genügt also nicht, um zu entscheiden, ob und wie der Glaube zu einem heilen Leben helfen kann. Dieser Blick berücksichtigt nicht die Frage, wieweit ihr Leben dem Glauben entspricht. Das Leben der Christen ist nicht immer ein christliches Leben. Professor Keller geht es nicht darum wie sie leben, sondern wie sie leben sollten und könnten. Im Gespräch erläutert er Grundbereiche des menschlichen Lebens, des Erkennens, des Tätigwerdens und des Entscheidens. Die Arnbacher Gespräche werden in Zusammenarbeit mit dem Dachauer Forum veranstaltet. Je Abend ist Teilnehmerbeitrag von 4 zu entrichten.

II.

Das Jahresprogramm 2007 der KLB Landkreis Dachau umfasst u.a. Bildungsmaßnahmen, Gottesdienste, Ausflüge, Aktionen jeweils mit geschichtlichen, kulturellen, gesellschaftlichen und geselligen Zielen. So werden in den Arnbacher Gesprächen jedes Jahr aktuelle gesellschaftliche Themen aufgegriffen. Im Bußgottesdienst in der Basilika auf dem Petersberg sprechen wir meist einen größeren Personenkreis aus dem Landkreis Dachau an. Das Oasen-Wochenende in der evangelischen Landvolkshochschule Pappenheim gibt den Teilnehmern die Chance zum Thema Freiheit und Grenzen Orientierung zu finden. Beim Emmausgang und bei der Adventlichen Stunde wird der Kontakt zu den örtlichen Pfarrgemeinden geknüpft. So lernen wir auch den Heimatlandkreis und seine Bewohner intensiv kennen. Dazu gehört auch das Internetangebot "Kirchen und Kapellen im Dachauer Land" das unser Mitglied Johann Schertl erstellt hat und pflegt. Das besondere Angebot Bibelwandern bei uns dahoam im Landkreis Dachau soll Kultur, Heimat, Bewegung, Religion und Geselligkeit ganzheitlich verbinden.


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